Casdagli
- Gegründet
- 1997 — Bespoke Cigars jusqu'au printemps 2018
- Fabriken
- IGM, San José (Daughters of the Wind, Cypher 3311) + Tabacos de Costa Rica, Puriscal (Villa Casdagli)
- Länder
- Costa Rica
Casdagli ist ein britisches Haus ohne eigene Felder. Jeremy Casdagli gründete es 1997 unter dem Namen Bespoke Cigars; den Namen seines Gründers trägt es seit dem Frühjahr 2018. Dieser Wechsel sagt etwas über sein Vorhaben: Es versteht sich als Signatur, nicht als Manufaktur, und arbeitet in kurzen Serien statt mit einem festen Katalog.
Seine Zigarren haben dreimal das Land gewechselt. Zuerst wurden sie in Kuba gerollt, von einem einzigen Torcedor, Carlos Valdez Mosquera, bis zu dessen Rückzug 2013. Danach ging die Produktion an die Kelner Boutique Factory von Hendrik Kelner Jr. in Santiago de los Caballeros, Dominikanische Republik. Heute ist sie costa-ricanisch und auf zwei Werkstätten verteilt: IGM in San José für Daughters of the Wind und Cypher 3311; Tabacos de Costa Rica in Puriscal für die Linie Villa Casdagli, unter der Leitung des Master Blenders Olman Guzmán.
Diese zweite Adresse ist keine beliebige, und sie berichtigt, was dieser Eintrag zuvor behauptete. Tabacos de Costa Rica S.A. ist nach Angaben des Hauses selbst jene Werkstatt, die „damals als Vegas Santiago bekannt" war — diejenige von Vegas de Santiago, die in diesem Atlas einen eigenen Eintrag hat und deren Haus schreibt, es baue in Puriscal seit mehr als achtzig Jahren Tabak an (auf über elfhundert Metern, sagt Zechbauer). La Nación schrieb jedoch 2011, die Tabakproduktion habe dort 1997-1998 aufgehört: Casdagli lässt seine Villa Casdagli in Puriscal rollen, wie es auch um die Felder ringsum stehen mag.
Wahr bleibt, dass das Blatt von anderswo kommt. Die Villa Casdagli vereint Tabake aus Peru, Nicaragua, Ecuador und der Dominikanischen Republik unter ecuadorianischem Deck- und Umblatt; vier davon durchlaufen eine zweite Gärung, mejorado genannt, von zwei bis vier Monaten. Jeremy Casdagli erzählt, er habe in dieser Werkstatt 2012 den peruanischen Tabak entdeckt, der für ihn beim Blenden zur ersten Wahl wurde. Das Produktionsland wurde tatsächlich der Werkstatt wegen gewählt — aber wegen dessen, was diese Werkstatt kann.
Das Haus gehört zur sogenannten Boutique-Kategorie: jene, deren Jahresausstoß in Zehntausenden Zigarren zählt, wo die großen Häuser in Dutzenden von Millionen rechnen. Das ist zuerst ein Unterschied der Größenordnung und erst dann einer der Qualität, und er erklärt das Wesentliche — unregelmäßige Verfügbarkeit, kein breites Vertriebsnetz und eine Bekanntheit, die vor allem unter Liebhabern kursiert.
Sortimentstiefe
Villa Casdagli
Die Serie, die den Namen des Hauses trägt. Die Mischung bleibt vertraulich, wie so oft bei Häusern dieser Größe — die Zurückhaltung bei den Herkünften ist eine Entscheidung, kein Versäumnis.
Daughters of the Wind
Der Name stammt aus der Art, wie man von luftgetrockneten Blättern spricht. Ein zurückhaltenderes Register als die Villa Casdagli.
Cigarrus Basilica
Eine kurze Serie, in Chargen produziert. Das Editionsformat bestimmt diese Serie stärker als ihr Profil.
🥃 Kombinationen
Ungetorfter Malt Whisky
Ein Haus, das mit Zurückhaltung arbeitet, verträgt keinen auftrumpfenden Brand. Ein Malt ohne Torf lässt Raum.
Kaffee aus Costa Rica
Eine Verbindung des Ortes statt des Terroirs: Die Zigarre ist nicht durch ihr Blatt costa-ricanisch, sondern durch ihre Werkstatt — der Kaffee ist es wirklich.
Quelle : casdaglicigars.com « The Story of Casdagli Cigars » (fondée en 1997 sous le nom de Bespoke Cigars, rebaptisée au printemps 2018 ; roulage à Cuba par Carlos Valdez Mosquera jusqu'en 2013, puis Kelner Boutique Factory, puis IGM à San José et Tabacos de Costa Rica à Puriscal) et « Casdagli Cigars launches the Villa Casdagli Line » (« Tabacos de Costa Rica SA, then known as Vegas Santiago », coopération depuis 2012 ; maître assembleur Don Olman Guzman ; cape et sous-cape Équateur, tripe Pérou/Nicaragua/Équateur/Rép. dominicaine) ; casdaglicigars.com « Villa Casdagli Line » (page non datée : rencontre avec Don Olman en 2012 à l'usine Vegas Santiago de Puriscal ; usine appelée Tabacos de Costa Rica lors d'une visite en 2018) ; nacion.com « Del tabaco quedan solo unos cuantos vestigios » (15 septembre 2011, en espagnol : production de tabac arrêtée à Puriscal à la récolte 1997-1998 ; Olman León propriétaire de la fábrica de Vegas de Santiago) ; zechbauer.de « At the Vegas de Santiago factory » (page non datée : tabac cultivé à plus de 1 100 m depuis plus de 80 ans)